Hotel Sonnenalpe Nassfeld

 

Umfang   Neubau, Umbau, Sanierung - 140 Zimmer, Lobby, Bar, Restaurant, Spa

Ort   Hermagor, Österreich

Leistung   Pitch, Entwurf

Status   unrealisiert

Planungszeitraum   2010

Größe   18.288 m² BF

Projektpartner   Markus Krauss, Massing

Visualisierungen   multidesignstudio mw2, München









LOBBY UND EINGANGSBEREICH
Von der, durch die Architektur vorgegebenen, verglasten Eingangssituation aus teilt sich die Halle in die vorgegebenen Funktionsbereiche. Links empfängt den Gast die aufgeteilte, aus geschichteten Brettern gestaltete Rezeptionstheke. Ein „aus dem Stapel gezogenes Brett“, lädt zum Einchecken im Sitzen ein.
Eine einfach lehmverputzte Wand im rückwärtigen Bereich der Theke spielt farblich und haptisch mit den stark konturierten Teilen der Theke. Die Oberfläche bietet aber vor allem auch den Hintergrund für die Platzierung der Kontur für die Berglandschaft und den darunter skizzierten Schriftzug SONNENALPE.
Unterbrochen wird die Wand lediglich durch die Zugangstüre in den Backoffice Bereich. Im rechten hinteren Rezeptionsbereich angegliedert, und durch einen kleinen Laibungsvorsprung markiert, befindet sich ein Teil der Shopeinheiten. Durch die unmittelbare Nähe zur Rezeption kann dieser Shop auch durch Thekenpersonal vorübergehend betreut werden.

Der Lobbybereich ist zusammenhängend rechtsseitig des Eingangsbereichs. Das Thema der „Gesteinsschichtung“ ist hier in Form der Kaminanlage wieder aufgegriffen. Die bauliche Situation grenzt die Lobby vom Verkehrsbereich, überträgt aber auch die Kaminatmosphäre durch die beidseitige Feueröffnung
in die frequentierten Zonen. Zusätzliche Zonierung erfährt der Lobbybereich durch die querliegende Raumausbildung kopfseitig. Diese korrespondiert mit seiner konturierten Täfelung mit dem gegenüberliegendem Logo der „SONNENALPE“ an der Rezeption. Der erhöhte, in Holzdielen ausgearbeitete
Bodenbelag betont die nochmalige Unterteilung. Diese Ebene kann in Abwechslung mit verschiedenen, losen Bestuhlungsvarianten auch als Bühnenfläche für musikalische oder literarische Darbietungen genutzt werden. Ein einheitlicher Natursteinplattenbelag in ortstypischer silbergrauer Tonigkeit und gespaltener Oberfläche betont die strukturierte, großzügige Gestaltung. Der gesamte Deckenbereich ist in gerasterten (gestapelten) Holzlamellen angelegt und spiegelt
die verschiedenen Zonierungen.

ZIMMER
Die Überarbeitung der Familienzimmer Royal bezieht sich auf die übermittelten Grundrisse. Unter Berücksichtigung der Änderungs- und Optimierungswünsche skizzierten wir folgenden Entwurf: Das Prinzip der „eingestellten“ Würfel behielten wir im Gesamtkonzept bei. Eine gleich neben der Eingangstüre platzierte unabhängig zu benutzende WC-Struktur beschreibt einen Teil der geänderten Badeinheit. An der gegenüberliegenden Seite sehen wir es vor allem im Sinne der Kinder für wichtig Ihnen einen freundlicheren und kindergerechteren Platz zuzuteilen. Demzufolge veränderte sich der gesamte Bereich der Kinderbetten und Stauräume. Auch die Teeküche bekam einen neuen Platz, mit erweitertem Schrankraum. Eine graubraun gewebte Teppichware beschreibt die Bodenbelagoberfläche. Die Prägnanz der Würfel die in astiger Lärche ausgeführt sind werden durch den satten, dunklen Untergrund noch stärker herausgearbeitet. Um dem Kinderbereich eine entsprechende Gewichtung zu geben versetzten wir ihn näher zur lichten Raumsituation hin. Durch die höher liegenden Schlafbereiche ergaben sich vielfältige und variable Volumen für die Kleideraufbewahrung auf der Kojenseite und eine großzügige Ausbildung der
Kofferbockstruktur gangseitig. Ausstellbare Klappenöffnungen im oberen Schlafbereich der Kinder und eine vollwertige Türe spielen mit möglichen Sichtachsen.
Der nächste Würfelbereich kennzeichnet den Schlafbereich der Eltern. Die geschlossene Struktur erreichen wir durch zwei raumhohe Klappen die in geöffneter Stellung den Bettbereich links und rechts verdecken und einen kojenartige Liegebereich bilden. Bündig eingelassen und entsprechend drehbar ist der Flachbildschirm in die Würfelfront platziert. Flankiert wird die Bettanlage durch zwei Holzhocker als Abstellfläche. Kleine Beleuchtungskörper über den Schlafbereichen ermöglichen individuelle Lichtsituationen. Ein frei vor den Bettwürfel gestellter Tisch in Lärchenholz mit einem filzbezogenem Stuhl bildet die eigentliche „Schreibtischsituation“. Den Tisch sehen wir in Verbindung mit der schwenkbaren Leuchte darüber auch als mobiles Element, um auch einmal eine „Tischrunde“ zusammenkommen zu lassen. Als dekorative Maßnahmen sehen wir die auf dem dunklen Grundbelag noch zusätzlich verlegten
„Fleckerlteppiche“ vor dem Sitzbereich und im Durchgang des Kinderbereichs. Stoffliche Zitate aus der traditionellen Tracht, in Form von Kissen, Nischenverkleidungen und Bespannungen im Bettkopfbereich sehen wir als verbindendes Kulturgut zwischen Gästen und Gastgebern.


 


 

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