6 Gästehütten

 

Umfang   Hotelneubau Hofgut Hafnerleiten

Ort   Bad Birnbach

Leistung   Architektur, Innenarchitektur, Möbeldesign, Leistungsphasen 1-8

Status   gebaut

Ausführungszeitraum   2003 - 2006

Bauherr   Erwin Rückerl & Anja Horn

Budget   700.000 €

Größe   6 x 45 m²

Auszeichnungen   BDA Preis Bayern 2006, Architektouren 2006, Nominierung artouro 2011

Projektpartnerin Claudia Heiss, München

Mitarbeit Vorentwurf Bettina Finckh, München

Landschaftsarchitekt   Wolfgang Wagenhäuser, Töging am Inn 

Fotos   Antje Hanebeck, München

 
 

 


 

Geschichte


Auf dem Anwesen Hofgut Hafnerleiten, eingebettet in die niederbayerische Landschaft, haben sich Hotelfrau Anja Horn und Meisterkoch Erwin Rückerl den Traum erfüllt ihre Gäste auf außergewöhnliche Art zu bewirten. Ein Haupthaus mit Nebengebäude, Innenhof, Arkaden, Bootshaus und Garten entstand in den Jahren 1991 bis 1998. Parallel dazu entwickelte sich ein anspruchsvolles, sehr persönliches Gastronomiekonzept mit kulinarischen Abenden auf Vorbestellung, Kochkursen, private Feiern oder Barista-Kursen.

Hüttenkonzept


Mit dem wachsenden Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste des Hofguts stellte sich die Frage, wie zusätzliche Schlafplätze in das Gesamtkonzept der Anlage eingebettet werden könnten.
Dem Vorbild der niederbayerischen Landschaft mit ihren Streusiedlungen folgend entstand die Idee, auf dem grosszügigen Grundstück kleine Hütten zu streuen, ähnlich der Einfachheit von Heustadeln oder Getreidekästen. Die neuen Baukörper sollten sanft und unaufdringlich in die bestehnde Topografie eingebettet werden, auch aus dem Anspruch heraus, für jede einzelne Hütte einen grösstmöglichen Privatbereich auszuformen. Die Aussenwirkung wurde reduziert und einfach gehalten, alle sechs Hütten in einer Sprache ausgeformt, wobei die Feindifferenzierung und Individualität einer jeden Hütte über die Lage im Hang und die daraus abgeleitete Innenraumsituation definiert wurde. Die unterschiedlichen Einraum-Lösungen sollten die Sehgewohnheiten des Betrachters reizen - das Spezielle, Besondere oder Ungewohnte.

 


Alle Hütten sprechen die gleiche Sprache in Gebäudegrösse, Proportion, Dachform und Fassadenbekleidung. Klare Kanten, Satteldach, Holzfassade und Holzdach transportieren den Charakter einer Hütte. Nur die Lage im Gelände verändert sich. Die Innenräume wurden individuell gestalltet, um die Besonderheit jeder Hütte herauszuarbeiten. Nach aussen wahrnehmbare Unterschiede sind zum Beispiel die Fassadengliederungen mit unterschiedlichen Fensteraufteilungen. Die gesamte Hülle, Fassade und Dach, ist mit vertikaler Lärchenlattung auf Fuge verkleidet, einem lokalen Material das mit der Zeit grau patiniert. Auch die Fenster sind aus unbehandelter Lärche und verwittern.

Wasserhaus


Das Erlebnis des Elements Wasser ist in den Mittelpunkt der Gestaltung gerückt. Beim Bad in der freistehenden Wanne schweift der Blick über den kleinen Badesee und bald verschwimmen die Grenzen von Innen und Außen. Liegt man auf dem Bett gibt das schmale Fenster vis à vis, gleich einem Bild, den Ausblick auf die Natur frei.

Gartenhaus


Nach Süden orientiert bietet der geschlossene „Rücken" Schutz vor Einblicken. Entlang des Rückens auf einem erhöhten Podest reihen sich die Funktionen auf. Sie haben alle Anteil am Ausblick in den eigenen Garten. Über die durchgängige Terrassenverglasung verschmelzen Wohnraum und der mit einer Sichtbetonwand eingefasste Garten.

Erdhäuser


Gleichsam als würden Sie aus dem Hang herauswachsen präsentieren sich die zwei Gebäude mit Ihrem Gründach das in die Landschaft übergeht. Eine dazwischenliegende Erdsauna verbindet Sie zu einer Einheit, daher eignen sich die Erdhäuser gut für die Nutzung durch zwei befreundete Paare oder Familien.
Die Sauna und ein Erdhaus sind barrierefrei geplant.

Baumhaus


Inmitten eines bestehenden Erlenhains verschwinden  die „Stämme aus Beton" und lassen das Haus scheinbar zwischen den Baumkronen schweben. Durch die umlaufende Verglasung wird der Wald ins Innere geholt und das Wohnen in den Bäumen zum Erlebnis gemacht. Der zentrale Funktionsblock mit Treppe erlaubt es, den gesamten Raum wahrzunehmen und nichts vom Ausblick zu versperren.
Der Einfluss aller vier Himmelsrichtungen auf die Lichtstimmung ist zu jeder Zeit spürbar.
Die holzverkleideten Innenwände unterstreichen das Wohnen zwischen den Bäumen.

Terrassenhaus


Der Hang beeinflusst nicht nur das äußere Bild der Hütte, sondern auch den Innenraum.
Die vier Funktionen Waschen, Baden, Schlafen und Wohnen finden auf unterschiedlichen ebenen statt, die sich stufenweise abwickeln: von Osten nach Westen, von niedrig nach hoch, von geschlossen nach offen, von dunkel nach hell, über die Terrasse hinaus in die freie Landschaft.

 


 







 

 

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