Kita Richelstraße

Umfang   Neubau Kindertagesstätte in Passivhausbauweise

Ort   München

Leistung   Machbarkeitsstudie

Status   Konzept

Bauherr  DB Services Immobilien GmbH

Größe   1000m²

Visualisierungen   digitalshapes, München

 

 

Projekt

Neubau einer betrieblichen Kindertagesstätte im Passivhausstandard am DB Standort Richelstraße
für 76 Kinder in 5 Gruppen

1. Städtebau

Auf dem langen, schmalen Grundstück, gelegen zwischen dem 17m hohen Sozialgericht und dem 20m hohen Verwaltungsgebäude der Bahn, schlängelt sich der barrierefreie, lange,schmale Baukörper, dessen Form sich aus den baurechtlichen Anforderungen ergibt: Zur Richelstraße erhebt sich der Kopfbau zu einem zweigeschossigen Gebäude, das sich selbstbewusst und farbenfroh von den hohen grauen Baumassen der Nachbargebäude abhebt. In Südrichtung erstreckt sich der lange, eingeschossige Baukörper zu den Bahngleisen, und findet seinen Abschluss in dem sich nochmal leicht erhebenden Gruppenraum der Ganztagesgruppe.

 

2. Fassade und Lärmschutz

Die drei unterschiedlich hohen Gebäudeteile, bestehend aus dem zweigeschossigen Kopfbau, dem eingeschossigen Längskörper und dem erhöhten Ganztags-Gruppenraum, erstrahlen in einer freundlichen Farbe die auf die Nutzung als Kindertagesstätte hinweist.

Die umlaufende Holzverkleidung, in Höhe des eingeschossigen Längskörpers, fasst das Gebäude zu einer harmonischen Einheit zusammen. Das Thema der Holzlattung findet in der Gestaltung der Außenanlagen sein Pendant: ein hoher Zaun, ähnlich der Fassadenkonstruktion dient als Lärmschutzwand. Bewusst gesetzte "Fensteröffnungen" im Zaun geben den Kinderblick frei auf den spannenden Bahnverkehr. Das gesamte Ensemble bekommt dadurch einen umfassend stimmigen Charakter, der sich gegenüber der sehr strengen, dominanten Nachbarbebauung eindeutig behauptet.

3. Räumliche Aufteilung

Der Kopfbau soll im Erdgeschoss Raum für die ganze Familie bieten:

eine großzügige Halle empfängt Eltern und Kinder und kann dem Mehrzweckraum bei Familienfesten zugeschaltet werden. Gleich neben dem Eingang befindet sich der Kinderwagenabstellraum, die Leitung, als Anlaufstelle für Eltern, befindet sich im Anschluss. An der Halle liegt ebenfalls die Treppe und der Lift zum Kindergarten und den Personalräumen. Dadurch werden die 25 Kindergarenkinder direkt am Eingang „abgefangen“ und erhalten ihren eigenen Bereich im ersten Obergeschoss.

Der Gruppenraum ist nach Süden, mit Blick auf die Bahngleise ausgerichtet, über den Balkon und die Außentreppe gelangt man in den Kindergarten-Garten. Dem Aufenthaltsraum des Personals ist eine kleine Dachterrasse zugeteilt. Die Galerie bietet einen guten Einblick in die hohe Eingangshalle. Im daran anschließenden, eingeschossigen Längskörper sind Funktionsräume und Kinderkrippe untergebracht: In unmittelbarer Nachbarschaft des 20m hohen Bahngebäudes, (und dem dadurch am meisten verschatteten Bereichs), werden die Funktionsräume wie Küche, Technik usw. platziert. Nach Süden hin folgen die drei Gruppenräume der Kinderkrippe, erschlossen über einen langen Spielflur dem auch die Garderobe zugeordnet ist. Der dritte Gruppenraum, in dem dieGanztagesgruppe untergebracht ist, erhält Licht von Osten (über die Oberlichter im erhöhten Dachbereich), Süden und Westen.

4. Materialien / Passivhausstandard / Ökologie

Die Kindertagesstätte der Deutschen Bahn soll für Modernität, Nachhaltigkeit und konsequenten Klimaschutz stehen. Dieser ökologische Leitfaden setzt sich auch in der Materialwahl fort. Für die Fassade bedeutet dies: unbehandelte Lärchenholzverkleidung an der Fassade, Naturputze und dreifachverglaste Holz-/ Alu-Fenster.
Im Innenraum wird mit geölten Holzböden, massiven Holzmöbeln, Naturputzen und Farben und tageslichtfokusierter Architektur gearbeitet. Die Kinder wachsen von Anfang an in einer bewusst gestalteten Umgebung auf, die verantwortlich mit Ihrer Umwelt umgeht.

/